Im Rahmen des Programms Kaufmann International durften wir drei Wochen in Galway, Irland, verbringen – eine Erfahrung, die sowohl fachlich als auch persönlich sehr bereichernd war. Untergebracht waren wir in einem Selbstversorger-Apartment in kurzer Entfernung zur Sprachschule und zur Innenstadt. Die Unterkunft war modern ausgestattet und bot uns die Möglichkeit, eigenständig zu leben, zu kochen und zu lernen.
Der Unterricht fand im Bridge Mills Language Centre statt. Hier belegten wir einen Kurs mit dem Schwerpunkt auf Businessenglisch, internationalen Geschäftsprozessen und Präsentationstechniken. Besonders spannend war die kontinuierliche Arbeit an einem eigenen Projekt: Über die gesamte Kursdauer hinweg entwickelten wir eigenständig in kleinen Gruppen ein Businesskonzept, das am Ende der drei Wochen auf Englisch vorgestellt wurde. Diese Aufgabe hat nicht nur die Sprachkenntnisse deutlich verbessert, sondern auch das Selbstvertrauen und die Fähigkeit gestärkt, komplexe Ideen in einer Fremdsprache zu präsentieren.
Täglich kamen neue Seiten für den Businessplan und die Präsentation hinzu, und man konnte der eigenständig entwickelten Idee beim progressiven Wachsen zusehen – wie sie zu einem Projekt wurde und schließlich umgesetzt werden konnte.
Auch außerhalb des Unterrichts war Galway der perfekte Ort für einen internationalen Lernaufenthalt. Die Stadt ist bekannt für ihre kreative Szene, ihre musikalischen Traditionen und die Offenheit der Menschen, durch die man sich immer direkt willkommen und zugehörig fühlte.
In unserer Freizeit besuchten wir Sehenswürdigkeiten wie den Spanish Arch, den Galway Hooker Sailing Club und natürlich viele gemütliche Pubs mit Live-Musik. Besonders beeindruckt haben uns die Ausflüge in die Umgebung – etwa zu den Cliffs of Moher, durch die wilde Natur der Connemara oder auf die Aran Islands. Zu unserer großen Freude konnten wir auf diesem Ausflug tatsächlich Delfine von der Fähre aus beobachten. Diese Ausflüge vermittelten einen faszinierenden Einblick in Irlands landschaftliche Vielfalt und kulturelles Erbe.
Eines der schönsten Erlebnisse war ein Abend mit traditioneller irischer Musik in einem kleinen Pub, bei dem Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkamen und gemeinsam sangen und tanzten. Die Offenheit und Gastfreundlichkeit der Iren hat uns sehr positiv überrascht. Wir wussten zwar, dass gerne Small Talk gehalten wird, waren aber überrascht, wie tiefgründig manche Gespräche daraus werden können. Auch hatte man nie das Gefühl, nur ein Tourist zu sein, da man zu jeder Zeit herzlich angesprochen und aufgenommen wurde.
Die größte Herausforderung war es, das Projekt in einem nahezu unbekannten Team und auf Englisch umzusetzen – doch genau darin lag auch der größte Lerneffekt. Mit völlig fremden Menschen ein verhältnismäßig großes Projekt auszuarbeiten, fordert Fähigkeiten in der Teamarbeit, Kompromissbereitschaft und Problemlösungskompetenz. Mit viel Geduld und Mühe, aber auch jeder Menge Spaß, ist am Ende durch den fertigen Businessplan ein sehr gut ausgearbeitetes Projekt und somit unsere „Firma“ entstanden. Die harte Arbeit wurde durch eine sehr gelungene Präsentation gekrönt, für die wir viel Lob erhalten haben.
Insgesamt hat uns der Aufenthalt in Galway gezeigt, wie wertvoll internationale Erfahrungen während der Ausbildung sein können. Wir konnten nicht nur unsere Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch wichtige persönliche und berufliche Kompetenzen erwerben. Wir können jedem Auszubildenden und jedem Ausbildungsbetrieb nur empfehlen, solche Programme zu unterstützen – sie fördern Eigenständigkeit, interkulturelles Verständnis und eröffnen neue Perspektiven für die berufliche Zukunft.