Die Ausbildung nimmt dreieinhalb Jahre in Anspruch, dann will er fünf Jahre als Geselle bei NDB arbeiten, um später seinen Meister zu machen. Fynn ist heute 18 Jahre alt, sein Kollege Thilo Frost aus Hechthausen ist 17 und wird Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.
Thilo Frost wollte „unbedingt ins Handwerk“
Thilo arbeitet mit seinem Brett auf der anderen Seite der Stellwand in der Talentschmiede – an einer „simplen Form“ für einen Anschluss an die Gastherme, wie er es beschreibt. Die Kupferrohre biegt er sich zurecht, seine Gäste bittet er dabei freundlich zur Seite. Auch Thilo ist noch im ersten Lehrjahr. Wie es weitergeht für ihn? „Erst mal die Ausbildung beenden“, sagt er.
Handwerk sollte es unbedingt sein. „Ich hatte keinen Bock, den ganzen Tag im Büro zu sitzen“, sagt Thilo. Er habe eine Firma gesucht, „die etwas bietet“. Er lobt die Teamarbeit und die Verantwortung, die er früh tragen durfte. Kollege Fynn sieht es genauso, denkt dabei zum Beispiel auch an die regelmäßigen Grillabende für alle Beschäftigten am Standort. „Das geht hier sehr familiär zu.“
NDB stellt jedes Jahr 50 neue Lehrlinge ein
Matthias und Florian Geier werden es gerne gehört haben. Wertschätzung zu vermitteln, ist eine Maßnahme, um junge Leute zu finden und zu halten. 50 Azubis in acht Berufen werden jedes Jahr in ihren Betrieben eingestellt. Aber auch NDB merkt: Die Ansprüche an die Ausbildung steigen, die Auswahl wird kleiner.
Deutschlandweit, so Matthias Geier, fehlten 250.000 Fachkräfte im Handwerk. Die Lücke werde größer. 2025 blieben 16.000 Lehrstellen unbesetzt. Bis 2030 stehen 125.000 Betriebsnachfolgen an, viele seien noch ungeklärt.
NDB versucht, gegenzusteuern, bietet ein eigenes Karrieremodell für seine Leute an, hat ein Sozialpaket mit diversen Annehmlichkeiten geschnürt, versucht früh an Schulen und auf Messen, den Spieltrieb der jungen Menschen anzuregen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Talentschmiede kommt jetzt dazu, „ein Wettbewerbsvorteil in einem hart umkämpften Markt“, wie Matthias Geier anmerkt.
Talentschmiede - damit keiner den Anschluss verliert
Die Talentschmiede mit ihrer großzügig ausgestatteten Werkstatt gilt als Brücke zwischen betrieblicher Ausbildung und Berufsschule und soll auch dafür sorgen, dass keiner während der Lehre den Anschluss verliert und dass die Azubis gut vorbereitet in ihre Gesellenprüfungen gehen. Das Konzept hat die Gäste überzeugt.
Auch Matthias Steffen aus Stade-Wiepenkathen. Er ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Das ist ein tolles Konzept“, sagte er. Das Unternehmen sei herausragend in Sachen Ausbildung. Steffen: „NDB ist ein Vorzeigebetrieb.“
Copyright © 2026 TAGEBLATT / Foto: Strüning