Ich bin Julian, 20 Jahre alt, mache eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, bin momentan im 4. Lehrjahr und habe eine großartige Chance bekommen, ein dreiwöchiges Auslandspraktikum in Italien – in der Stadt Brescia – zu absolvieren.
Zusammen mit zehn anderen Deutschen (ebenfalls aus der Handwerkskammer) aus unterschiedlichen Berufen und Städten war es uns möglich, Einblicke in unsere Berufe in Italien zu gewinnen, Vorteile und Nachteile zu erkennen sowie viele Unterschiede festzustellen – zum Beispiel bei den verschiedenen Verlegungsarten von Leitungen: in Leerrohren, mit flexiblen Leitungen oder mit flexiblen Einzelleitern.
In einem kleinen italienischen Betrieb, bestehend aus drei Mitarbeitern, bekam ich durch die italienischen Kollegen eine gute Einweisung in die Arbeit. Die Italiener haben mich mit ihrer Höflichkeit und Gastfreundschaft sehr überrascht. Oft wurde ich zum Essen, Fußballspielen oder Trinken eingeladen.
Durch die guten Kontakte unseres Chefs (Dario) hatten wir besondere Einsatzorte bei Privatkunden – zum Beispiel am Gardasee, in Mailand oder in den Bergen. Außerdem waren wir stets im Kundendienst tätig.
Zu den Aufgaben gehörten unter anderem das Anschließen von Wechselrichtern, das Installieren von PV-Modulen sowie die Elektroinstallation von Schutzkontaktsteckdosen oder das Verlegen von flexiblen Einzelleitern in Leerrohren.
Da in Italien wenig Fremdsprachen gesprochen werden, war die Kommunikation mit unseren Arbeitskollegen eine Herausforderung. Aber mit Englisch, Übersetzungs-Apps und symbolischer Kommunikation (mit Händen und Füßen) war es durchaus möglich, sich zu verständigen. Dank der guten Kommunikation auf Englisch wurden mir auch gängige italienische Wörter beigebracht, wie z. B. „Ciao“ für Hallo und Tschüss oder „Allora“ für „also“ bzw. „dann“.
Durch die Freundlichkeit und Offenheit der Italiener konnten wir schnell Vertrauen aufbauen und viele neue Menschen kennenlernen. Besonders schön war die Gemeinschaft zwischen unseren italienischen Arbeitskollegen und unserer deutschen Gruppe in der WG – zusammen mit fünf Portugiesen. Gemeinsam haben wir die schöne, antike Stadt erkundet, waren essen, trinken und feiern. Ebenso mussten wir uns selbst versorgen und Verantwortung übernehmen – was uns auch im beruflichen Sinne weitergebracht hat.
Ich empfehle solch eine Reise allen, die gerne „Work and Travel“ erleben möchten, etwas Neues sehen wollen und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln möchten. Mit der Unterstützung der Handwerkskammer, des Erasmus-Projekts und meines Ausbildungsbetriebs NDB ELEKTROTECHNIK habe ich die Möglichkeit genutzt, an diesem tollen Projekt teilzunehmen.