Erdungsanlage

Die Erdungsanlage eines Gebäudes stellt den Übergang des Blitzstromes in das Erdreich und dessen Verteilung im Erdreich sicher. Die Anforderungen, die ein Erdungssystem - unabhängig von der Dimensionierung und der Ausführungsart - erfüllen muss, sind

  • die Personensicherheit,
  • die Korrosionsbeständigkeit,
  • die mechanische Festigkeit und
  • die Beherrschung des höchsten Fehlerstroms und seiner thermischen Wirkungen.
Kriterien für eine gleichmäßige Verteilung des Blitzstromes sind Form und Abmessung der Erdungsanlage. Da häufig unterschiedliche Erdungssysteme miteinander verbunden werden, ist die Auswahl der richtigen Werkstoffe wesentlich, um korrosionsbedingten Zersetzungen entgegen wirken zu können.

Fundamenterder

Die DIN 18015 und die „Technischen Anschlussbedingungen“ (TAB) fordern einen Fundamenterder für jeden Neubau. Die entsprechenden Ausführungen und Anforderungen werden ebenfalls in der DIN 18014 geregelt.

Der Fundamenterder wird in das Betonfundament einer baulichen Anlage eingebracht. Er kann aus einem oder mehreren Leitern bestehen. Der Beton muss mit der Erde großflächig in Berührung stehen. Werden Fundamente als Weiße Wanne ausgeführt, das heißt der Beton ist durch die Beigabe von Zusatzstoffen wasserundurchlässig, ist die Erdung außerhalb zu verlegen.

Gleiches gilt für Fundamente, die als Schwarze Wanne ausgeführt werden. Hier wird mittels Bitumenbahnen der Beton nach außen isoliert, so dass auch hier die Erderwirkung eines Fundamenterders nicht gegeben ist.

Um die Erdungsanforderungen einhalten zu können, ist die Installation einer Ringerdung außen um das Gebäude oder innerhalb der Sauberkeitsschicht erforderlich. Der in die Fundamentplatte eingebrachte Erder wird zur Potentialsteuerung im Gebäude verwendet.

Da der Fundamenterder wesentliche Sicherheitsfunktionen erfüllt, gilt er als Bestandteil der elektrischen Anlage. Die Installation eines Fundamenterders ist daher durch eine Blitzschutz- oder Elektrofachkraft vorzunehmen oder durch diese zu überwachen.

Ringerdung

https://www.ndb.de/data/media/images/Elektrotechnik/Blizuschutz_und_Erdungsanlagen/Aeusserer_Blitzschutz/Erdungsanlage/blitzschutz_ringerdung.jpgEine Ringerdung wird möglichst als geschlossener Ring um eine bauliche Anlage unterhalb oder oberhalb der Erdoberfläche verlegt. Wenn das Schließen des Ringes im Außenbereich nicht möglich ist, sind die Verbindungen im Inneren des Gebäudes herzustellen. Grundsätzlich ist zu beachten, dass 80% der Leitungen erdfühlig verlegt werden müssen. Kann diese Quote nicht erreicht werden, sind gegebenenfalls zusätzliche Tiefenerder einzubringen. Die Ringleitung ist in der Erde im Abstand von 1 Meter und in 0,5 Metern Tiefe rund um das Außenfundament der baulichen Anlage zu verlegen.

Tiefenerder

Der Tiefenerder wird im Allgemeinen vertikal in den gewachsenen Boden eingerammt. Die Mindesttiefe beträgt 2,5 Meter. Die tatsächlich notwendige Tiefe ist mittels Messung des geforderten Widerstandes festzustellen. Die in der Praxis gängigste Länge von Tiefenerdern beträgt 9 Meter.

Steuererder

Steuererder sind Erder, die um einen Haupterder in spezieller Anordnung eingebracht sind und dienen eher der Potentialsteuerung als der Einhaltung bestimmter Ausbreitungswiderstände. Um die Schrittspannungen zu minimieren, werden unmittelbar um den Haupterder zusätzliche Ringerder oder Maschenerder als Steuererder im Erdreich vergraben. Durch diese Maßnahme wird eine gute Potentialsteuerung erreicht.

Natürliche Erder

Natürliche Erder sind Gebäude-, Fundamentteile oder metallene, leitende Körper, die großflächig mit dem Erdreich in Verbindung stehen, deren ursprünglicher Zweck aber nicht die Erdung ist (Bewehrungsstähle, Rohrleitungen, Spundwände und vieles mehr).

Haben Sie Fragen zum Konzept des Erdungssystems für Ihre bauliche Anlage? Unsere Experten beraten Sie gerne!