Vom Lehrling zum Meister

Kurz vor Vollendung der schulischen Ausbildung stellt sich bei vielen Schülern die Frage wie es im Leben weitergeht. Weiter zur Schule gehen um danach zu studieren? Ein duales Studium anfangen? Nein, eine Ausbildung soll es sein! Dann hat man erst mal was und kann entscheiden wie es weiter geht...

Auch mir gingen diese Fragen durch den Kopf! "Handwerk hat goldenen Boden", wurde mir immer wieder nach den Auswertungen meiner Interessen bei der Berufsberatung gesagt. Nach weiteren Recherchen, was Handwerk eigentlich heißt und im Einklang mit meinen eigenen Interessen sowie schulischen Leistungen, fiel meine Wahl auf einen Ausbildungsberuf im Elektrohandwerk.

Nach dem vielen Schreiben von Bewerbungen, Einladungen zu Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen war es irgendwann endlich soweit:  Ich war Lehrling! Vieles war erst einmal neu. Die ganzen Regeln, Vorschriften, Sicherheitsbelehrungen, ein ungewohntes Umfeld, neue Kollegen und die Vielzahl von unbekannten Fachausdrücken! Das alles ist halb so wild, schließlich sind die Lehrjahre dazu da alles im Rahmen seines zukünftigen Berufes in Ruhe zu begreifen und zu verinnerlichen. Schnell gewöhnt man sich an die neuen Aufgaben und füllt sein eigenes Berufsbild immer mehr aus.

Nach der Hälfte der Lehrzeit kommt die erste richtig große Herausforderung auf jeden zu, die sogenannte Zwischenprüfung! Die schulischen Aspekte wurden immer wieder in kleineren Facharbeiten während der Berufsschultage abgefragt und müssen nun sitzen. Jetzt kommt es zum ersten Mal darauf an sein handwerkliches Können allein und ohne fremde Hilfe abzurufen. Gut vorbereitet schafft man auch diese Hürde und kann sich vorstellen, was die Gesellenprüfung zum Ende der Lehrzeit einem abverlangt.

Nachdem jetzt fast die komplette Lehrzeit überstanden ist, genießt man in der Regel mit seiner eigenen Pünktlichkeit, einem guten Ordnungssinn, Fleiß, Einsatz, Flexibilität  und Geschick das Ansehen der Gesellen und stellt damit die Weichen für eine Weiterbeschäftigung im Betrieb. Mit dem Erhalt des Gesellenbriefes ist die lange Ausbildungszeit beendet. Tägliche Aufgaben werden nunmehr selbstständig, aber oftmals in einem Montagetrupp von mehreren Gesellen ausgeführt. Ab jetzt kommt man selber mit der Ausbildung neuer Lehrlinge in Berührung.

Auch ich erreichte dieses Ziel und stellte fest, wie vielseitig das Elektrohandwerk ist. Innerhalb des Betriebes konnte ich viele wichtige Erfahrungen sammeln und wurde schließlich zum Kundendienstmonteur geschult. Ab sofort befand ich mich in einer Art Neuorientierung und musste die Dinge anders als bisher angehen. Der Kunde sollte schließlich zufrieden sein, die Fehler an den elektrischen Anlagen mussten schnellstens gefunden und behoben werden! Diese Art von Selbstständigkeit machte mir während der Ausübung meines Berufes sehr viel Spaß. Täglich kamen neue Herausforderungen, die zu bewältigen waren und die Verantwortung wuchs stetig.

An diesem Punkt angekommen erkannten meine Vorgesetzten von mir selbst noch nicht entdecktes Potential und Sie boten mir die Weiterbildung zum Meister im Elektrohandwerk an. Stolz und voller Motivation starteten weitere Mitarbeiter unseres Betriebes mit mir das Projekt Meisterschule. Hier bestand die Möglichkeit diese in Vollzeit, also in einem Stück oder in Teilzeit an den Wochenenden zu absolvieren. Wir entschieden uns für den längeren Weg in der Teilzeit und drückten erneut die Schulbank.

Wie ganz zum Anfang der Ausbildung lernte ich viele neue Fachthemen kennen, nun aber auch kaufmännische und pädagogische  Inhalte, um gut ausgebildet einen neuen Abschnitt des Berufslebens bestreiten zu können. Mit dem Ehrgeiz, die neuen Ziele auch zu erreichen und um zu beweisen, dass das geschenkte Vertrauen berechtigt war, gehörte die Meisterschule schnell zum Alltag. Die aufgrund der Vielzahl von Themengebieten und sich über mehrere Tage ersteckende Meisterprüfung bildete einen qualifizierten Abschluss und befähigte zum Tragen des Meistertitels. Neue Aufgaben, beispielsweise als bauleitender Monteur einen Montagetrupp zu koordinieren oder Bauvorhaben in der Projektabwicklung zu betreuen, boten sich mir ebenso wie die Möglichkeit ein Studium zu beginnen!

Speziell das Elektrohandwerk ist ausgesprochen vielschichtig und bietet eine Vielzahl von Aufstiegschancen. Jeder der diesen Weg einschlägt, kann sein Potential frei entfalten und seine eigenen Fähigkeiten im zukünftigen Berufsleben entwickeln.

Ich habe den langen Weg vom Lehrling zum Meister nicht bereut und profitiere noch heute von den Erfahrungen, die ich im Laufe der Zeit gesammelt habe.  Die Firma NDB bietet jedem genau diese Chance und ich wünsche Euch viel Glück.

René Gohs