3 Wochen Praktikum als Bürokauffrau in Südfrankreich

Als ich zum ersten Mal hörte wo es denn hingehen sollte, musste ich mir das Wort buchstabieren lassen. Perpignan? Nie gehört. Aber das machte nichts, denn solange es nur in Frankreich liegt, bin ich vollauf zufrieden. Vielen anderen erging es ebenso wenn sie mich fragten, wo die Reise hingehen soll. Ich fügte dann immer hinzu (nachdem ich mich natürlich schlau gemacht hatte): „Direkt am Mittelmeer und kurz vor der spanischen Grenze.“
 
Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Dank der Unterstützung durch die IHK und der HWK konnte ich den Papierberg bewältigen und reibungslos abwickeln. Die Gastfamilie entpuppte sich als sehr nett – und vor allem konnten die gut kochen! Man kann sagen was man will, aber kulinarisch sind die Franzosen einfach spitze.
 
Die Firma, die mich 3 Wochen aufnehmen wollte, sagte kurzfristig ab. So steckte mich das Team von ALFMED, der Partnerorganisation, die die Auslandspraktikanten in Perpignan unterstützt und begleitet, erst mal in die Sprachschule. In meiner Klasse waren Spanier, Griechen, Italiener und Schweizer. Später traf ich auch Studenten aus Ecuador. Ich hatte viel Freude an der buntgemischten Klasse und dem Unterricht, war aber auch positiv überrascht, als es ALFMED schon nach 3 Tagen gelang, eine neue Arbeit für mich zu finden.

Gelandet bin ich dann bei CCE = Comptoir Central d'Electricité oder zu Deutsch "Zentrales Lager für Elektroartikel". Ein Elektrogroßhändler, der zur Sonepar-Gruppe gehört. Und entgegen meiner Annahme, größtenteils Kopier- und Registraturarbeiten zu erledigen, wurde ich gleich als erstes ans Telefon gesetzt.
Ups…Na ja – zu Anfang sagte ich immer dazu, dass ich eigentlich aus Deutschland komme und ob sie denn etwas langsamer sprechen könnten, vor allem wenn sie mir Telefonnummern durchgaben. Später war das nicht mehr nötig – ein schönes Erfolgserlebnis. Wie war das gleich? Man wächst mit seinen Aufgaben.

In der letzten Woche durfte ich dann im Lager mithelfen. Mit den Kollegen im Lager habe ich mich besonders gut verstanden - es ist aber auch zu drollig, wenn es plötzlich durch so eine riesige Lagerhalle schallt: "Où est la petite allemande?" (Wo ist denn die kleine Deutsche abgeblieben?) Ich hab meinen Kollegen die wichtigsten Brocken Deutsch beigebracht ("Arbeite schneller" oder "Pass auf!") und dann haben wir uns einen Spaß daraus gemacht, den ahnungslosen Lieferanten die deutschen Vokabeln um die Ohren zu hauen.

Insgesamt war mein Praktikum so schön, dass ich nach diesen drei Wochen ziemlich traurig war meine neuen Kollegen wieder verlassen zu müssen - und nicht nur ich.
 
Salome Schmidt