Energieaudit

Energieaudit

Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G)

Das novellierte Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) schreibt für alle Unternehmen, ausgenommen sind KMU, eine regelmäßige Durchführungen von Energieaudits gemäß DIN EN 16247 vor. Alternativ können Unternehmen ein Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 oder eine Umweltmanagement nach EMAS einführen.
Mit der aktuellen Novellierung und der damit verbundenen Umsetzung des Artikels 8 der EU-Energieeffizienz-Richtlinie in nationales Recht, setzt die Bundesregierung auf ein wesentliches Instrument zur Steigerung der Energieeffizienz in den Unternehmen. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien bildet die Energieeffizienz eine weitere Säule der Energiewende. Ziel ist es, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um 20 % zu senken sowie bis 2050 zu halbieren.
 

Verpflichtendes Energieaudit

Unter die Verpflichtung zur regelmäßigen Durchführung von Energieaudits fallen alle Unternehmen, die nicht unter die KMU-Definition der EU fallen (kleine und mittlere Unternehmen bis zu 250 Mitarbeiter, Jahresumsatz von max. 50 Millionen Euro oder einer Jahresbilanzsumme von max. 43 Millionen Euro). Gerne stehen Ihnen die Fachplaner aus dem Hause NDB unterstützend für die Bestimmung des Status KMU oder NICHT-KMU Ihres Unternehmens zur Verfügung.
 

Energieaudit nach DIN EN 16247

Ein Energieaudit ist eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs einer Anlage, eines Gebäudes, eines Systems oder einer Organisation mit dem Ziel, Energieeinflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten. Die grundlegenden Anforderungen an ein Energieaudit, welches laut EDL-G (Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen, kurz: Energiedienstleistungsgesetz) erstmalig bis zum 5. Dezember 2015 durch Energieeffizienzexperten verpflichtend durchzuführen ist, schreibt die DIN EN 16247-1 vor.
Energieaudits basieren auf den aktuellen, gemessenen sowie belegbaren Energieverbrauchsdaten und Lastprofilen und müssen mindestens 90 % des Gesamtenergieverbrauchs erfassen. Dies schließt eine eingehende Prüfung der Energieverbrauchsprofile von Gebäuden, Anlagen, Betriebsabläufen sowie Beförderungen ein. Diese bilden eine repräsentative Basis zur Ermittlung der Gesamteffizienz sowie der Ermittlung von detaillierten Optimierungsmaßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs.
Das Energieaudit nach DIN EN 16247 ist zukünftig in einem Intervall von 4 Jahren durchzuführen. Hier steht Ihnen das vielseitig aufgestellte Team der NDB energieKonzepte mit langjähriger Erfahrung als kompetenter Partner jederzeit zur Verfügung.
 

Ausnahmeregelungen zum Energieaudit

Freigestellt von der Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits nach DIN 16247-1 sind Unternehmen, welche bereits ein umfangreicheres Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem gemäß EMAS eingeführt haben oder dies bis zum 31.12.2016 einführen werden. 
 

Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001

Unter einem Energiemanagementsystem (EnMS) versteht man die Umsetzung des Energiemanagements und die Verwirklichung der erforderlichen Organisations- und Informationsstrukturen einschließlich der dazu notwendigen technischen Maßnahmen wie z.B. Messtechnik oder Energiemonitoringsoftware. Ein Energiemanagement ordnet die Beschaffung, Wandlung, Verteilung sowie Nutzung von Energie zu. Eine Koordinierung erfolgt vorausschauend, organisiert, systematisch und unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Ziele. Der entsprechend formelle Rahmen sowie die notwendigen Bestandteile für ein Energiemanagementsystem wird durch die DIN EN ISO 50001 festgelegt, wodurch energieintensive Unternehmen bei Einhaltung und regelmäßiger Durchführung eine Zertifizierung sowie dadurch resultierend Entlastungen im Bereich der Strom- und Energiesteuer erhalten kann.
Das Ziel eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 ist es, Unternehmen ihre energiebezogenen Leistungen und Verbräuche offenzulegen und durch den Aufbau von dazu notwendigen Systemen und Prozessen zu optimieren. Ungenutzte Energieeinsparpotenziale sollen dadurch erschlossen und Energieverbräuche reduziert werden, um so Kosten einzusparen und einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Entsprechend definierte Prozesse werden in der Norm DIN EN ISO 50001 "Energiemanagementsysteme - Anordnungen mit Anleitung zur Anwendung" festgehalten.
 

Unterschied zwischen Energieaudit und Energiemanagementsystem

Im Gegensatz zu einem einmaligen bzw. alle 4 Jahre durchgeführten Energieaudit ist ein Energiemanagementsystem auf einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess ausgerichtet sowie an eine Verpflichtung des Top-Managements gekoppelt. Um die einfache Identifizierung von technischen Energieeffizienzmaßnahmen geht es bei einem Energiemanagementsystem nicht. Vielmehr ist es das Ziel, die Energieeffizienz dauerhaft und kontinuierlich (also nachhaltig) zu optimieren und bei Prozessen und strategischen Entscheidungen zu beachten. Im Prinzip entspricht die im Rahmen der DIN EN ISO 50001 durchzuführenden energetischen Bewertung einer detaillierten Energieanalayse, wie sie auch in der DIN EN 16247-1 erbracht werden muss. Insofern kann das Energieaudit auch als Vorstufe für ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 durchgeführt werden. 
 

Welche Unternehmen sind Energieaudit-pflichtig?

Die Auditpflicht betrifft alle Unternehmen, die nicht unter die KMU-Definition der EU fallen. Als Unternehmen gilt jede Einheit, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt, unabhängig ihrer Rechtsform. Eine Gewinnerzielungsabsicht ist nicht notwendig. Ebenfalls Unternehmen, welche gemeinnützigen oder kirchlichen Zwecken dienen, sowie kommunale Eigenbetriebe gelten in der Regel als wirtschaftlich tätige Unternehmen.
Damit gilt die Novellierung des Energiedienstleistungsgesetzes nicht nur für Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und verpflichtet diese zur regelmäßigen Durchführung eines Energieaudits. Auch Betriebe, die nicht die KMU-Kriterien erfüllen, aus den Bereichen Dienstleistung, Einzelhandel, Hotelketten, Transportunternehmen usw. sind beispielsweise betroffen. Die Verpflichtung umfasst bei der Betrachtung alle Standorte eines Unternehmens. Bei der Beurteilung der KMU-Eigenschaften sind Partnerunternehmen oder verbundene Unternehmen unabhängig des Standortes zu berücksichtigen. Dadurch kann es dazu kommen, dass ein für sich selbst betrachtetes Unternehmen die KMU-Kriterien zwar erfüllt, aber dennoch als Nicht-KMU zu werten ist. Gerne stehen Ihnen die Fachplaner aus dem Hause NDB unterstützend für die Bestimmung des Status KMU oder NICHT-KMU Ihres Unternehmens sowie für die Durchführung des Energieaudits zur Verfügung. 
 

Nachweis und Sanktionen

Mit der Umsetzung des Gesetzes sowie der Überprüfung auf Durchführung der Energieaudits ist das BAFA beauftragt. Nach der Durchführung des Energieaudits sind die Unternehmen nicht verpflichtet dies proaktiv zu melden bzw. den erstellten Auditbericht einzusenden. Unter Setzung einer Frist wird das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) stichprobenartig einzelne  Unternehmen auffordern, nachzuweisen, dass sie ein Energieaudit durchgeführt haben oder von der Pflicht freigestellt sind.
Innerhalb einer vierjährigen Periode sollen ca. 20 % der verpflichteten Unternehmen durch das BAFA zum Nachweis aufgefordert werden.
Wenn das zur Durchführung eines Energieaudits verpflichtete Unternehmen ein Audit nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder rechtzeitig durchführt, kann verpflichtet werden, ein Bußgeld in Höhe bis zu 50.000 € zu zahlen. Ebenfalls kann ein Bußgeld erhoben werden, wenn ein Unternehmen wahrheitswidrig behauptet, ein KMU zu sein.