Fangeinrichtung

Die Fangeinrichtung als Teil des äußeren Blitzschutzsystems hat die Aufgabe, den einschlagenden Blitz aufzufangen und in dafür vorgesehene Pfade zu leiten. Fangeinrichtungen bestehen üblicherweise aus Stangen, Drähten, Seilen oder Metallteilen der zu schützenden Anlage, die als Einschlagstellen vorgesehen sind und typischerweise die Begrenzung eines Gebäudes überragen.

Das Material der Fangeinrichtung muss elektrisch leitfähig und blitzstromtragfähig sein. Exponierte Stellen einer Anlage, die für einen direkten Blitzeinschlag in Frage kommen, werden mit Fangeinrichtungen versehen oder als Fangeinrichtung ausgebildet. Die Fangeinrichtungen sind üblicherweise untereinander und auf kurzem Weg mit der Ableitungsanlage verbunden. Durch korrekt berechnete und installierte Fangeinrichtungen werden die Folgen von Einschlägen kontrolliert verringert. Die Anordnung der Fangeinrichtungen kann auf Grundlage folgender Berechnungsverfahren geplant werden:

Blitzkugelverfahren

Mit dem Blitzkugelverfahren – dem geometrisch-elektrischen Modell – werden alle Stellen ermittelt, in die ein Blitz einschlagen kann. Diese Bereiche werden im Rahmen der Planung durch das Abrollen einer simulierten Blitzkugel über die bauliche Anlage festgestellt. Der Radius der zu verwendenden Blitzkugel wird in Abhängigkeit von der Einteilung des Gebäudes in eine der Blitzschutzklassen I bis IV bestimmt. Mit einer Blitzkugel, die einen Radius von 60 Meter hat, können rund 84% aller Blitze abgedeckt werden. Den größten Schutz bietet die "Schutzklasse I", bei der durch eine Kugel mit 20 Meter Radius eine Wirksamkeit von 99% erreicht wird.

Maschenverfahren

Mit dem Maschenverfahren werden, unabhängig von den Dachformen und Gebäudehöhen, Flächen durch ein Maschennetz geschützt. Die Maschenweite wird mit einer der Schutzklasse entsprechenden Dimensionierung angeordnet. Dabei können metallene Konstruktionsteile wie Metalldächer, Dachkantenmetallabdeckungen, Regenrinnen oder Geländer als natürliche Bestandteile einer Fangeinrichtung verwendet werden. Verkleidungen, bei denen die elektrische Leitfähigkeit nicht gegeben ist, sind mittels Überbrückungsbauteilen zu verbinden.

Schutzwinkelverfahren

Das Schutzwinkelverfahren wurde von dem geometrisch-elektrischen Modell abgeleitet. Hierbei wird der Schutzwinkel vom Radius der Blitzkugel bestimmt. Dieses Modell ist bei Gebäuden mit symmetrischen Abmessungen (zum Beispiel Steildach) oder für Dachaufbauten (Antennen, Rohre und vieles mehr) anzuwenden.

 

INFO


Blitzschutzklasse Wirksamkeit des Blitzschutzes Blitzkugelradius Maschenweite
SK I 99 % 20 m 5 x 5 m
SK II 97 % 30 m 10 x 10 m
SK III 91 % 45 m 15 x 15m
SK IV 84 % 60 m 20 x 20 m
 


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