Baulicher Brandschutz Baulicher Brandschutz

Baulicher Brandschutz

Hohe Komplexität

Brandschutzmaßnahmen in Verbindung mit Gebäudeinstallationen beziehungsweise Leitungsanlagen sind in Bauwerken hochkomplexer Natur. Die Installationen stellen in sehr vielen Fällen den wesentlichen Anteil der Brandlasten (zum Beispiel Kabel, brennbare Rohre) dar und tragen daher erheblich zum Risiko der Brandentstehung und der Brandausbreitung in Räumen bei. Zudem werden Installationen und Leitungen durch raumabschließende Wände und Decken geführt und können im Brandfall Feuer und Rauch in andere Brandabschnitte und Nutzungseinheiten übertragen.

Risiken und Brandlasten

Folgende grundlegende Risiken bestehen bei Brand von Kabelanlagen und brennbaren Rohren: starke Rauchentwicklung in Rettungswegen und Zugriffspfaden der Feuerwehr, Gefahr für die Gesundheit von Menschen durch toxische Rauchgasanteile und Brandrückstände, Verlust der Funktionsfähigkeit sicherheitsrelevanter Leitungsanlagen und langfristige Schäden von Bauteilen und Anlagen durch Korrosion nach Abbrand halogenhaltiger Isolierungen.

Die Grundrisiken von Rohrleitungen aus nichtbrennbaren Materialien haben eine andere Qualität:

  • Gefahr einer Brandübertragung durch Wärmetransport der Rohrleitung selbst oder über das Medium in den Rohrleitungen
  • Gefahr von Zerstörung infolge thermischer Längenänderung der Rohre
  • Gefahr von Zerstörungen raumabschließender Bauteile infolge des Versagens der Rohrhalterungen
  • Gefahr des Ausströmens von gefährlichen Flüssigkeiten und Gasen infolge Zerstörung der Leitungen im Brandfall

Bauaufsichtliche Anforderungen in Verbindung mit Installationen

In den gesetzlichen Grundlagen der Landesbauordnungen sowie in den Verordnungen für Gebäude besonderer Art oder Nutzung werden gegen diese erhöhten Risiken keine konkreten Maßnahmen vorgeschrieben, es werden lediglich allgemeine Risiken beschrieben, aus denen sich nicht unmittelbar Maßnahmen ableiten lassen.

Musterbauordnung (MBO) 2002, § 14 Brandschutz
„Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und deren Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.“

Einteilung in Gebäudeklassen

Die Musterbauordnung ist auf alle Leitungsanlagen innerhalb von Gebäuden anzuwenden. Gebäude werden dabei in Gebäudeklassen eingeteilt, für die jeweils unterschiedliche Anforderungen an Leitungsdurchführungen in Decken, Wänden, notwendigen Fluren und Treppenräumen bestehen.



Für Sonderbauten im Allgemeinen ist die Erstellung http://web69.login.cybob-five.com/preview/data/media/images/Bautechnik/Baulicher_Brandschutz/GK3_gr.jpgeines speziellen Brandschutzkonzeptes, welches weitergehende Anforderungen enthalten kann, als Bestandteil der Baugenehmigung zwingend vorgeschrieben.

Es werden bei den Gebäudeklassen GK1 und 2 keine Anforderungen an die Abschottung von Leitungsanlagen bei Decken gestellt. Bei Mehrfamilienhäusern mit mehr als einer Wohneinheit bestehen bei der Leitungsdurchführung Anforderungen an den Wärme- und Schallschutz. Innerhalb von Nutzungseinheiten mit nicht mehr als 400 m² und nicht mehr als 2 Geschossen werden keine Anforderungen an die Abschottung von Leitungsanlagen, Installationsschächten und -kanälen gestellt.

Planung und Ausführung

Ursache von Brandschäden an Bauwerken liegen Analysen zufolge zu 95% im Bereich der Planung und Ausführung. Bei der hohen Anzahl von technischen Komponenten und Leitungswegen in modernen Gebäuden wird deutlich, dass nur ein frühzeitig erstelltes Brandschutzkonzept in Verbindung mit einer fundierten Ausschreibung, einer Ausführung durch kompetentes und geschultes Personal und eine sorgfältige Kontrolle der ausgeführten Brandschutzmaßnahmen gewährleisten, dass die vorhandenen Risiken durch Leitungsanlagen hinreichend abgedeckt werden. Beim Bauen im Bestand ist eine sorgfältige Bestandsaufnahme Voraussetzung für eine Konzepterarbeitung und eine vernünftige Planung der Leitungsführung. Nur wenn keine Nutzungsänderung vorliegt und durch die aktuellen Gegebenheiten keine Gefahr für Leib und Leben besteht gilt für bestehende Gebäude ein Bestandsschutz. NDB unterstützt Sie gerne bei allen Fragen rund um Ihre Brandschutzmaßnahmen.

Brandschutzkonzept und Schutzzieldefinition

Im Rahmen von Brandschutzkonzepten als Bestandteil der Baugenehmigung werden die brandschutztechnischen Schutzziele für das geplante Gebäude beschrieben. Alle Maßnahmen im Rahmen der Bautätigkeiten müssen sich diesen Schutzzielen unterordnen. Dies gilt insbesondere dann, wenn in den allgemeinen bauaufsichtlichen Verordnungen und Regelwerken Ausführungsdetails nicht ausdrücklich beschrieben sind. Die Umsetzung der Schutzziele muss für alle am Bau Beteiligten, wie Bauherr, Projektentwickler, Architekten, Fachplaner, Sachverständige, Bauleiter und Ausführende oberste Priorität haben.

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